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Romanshorner Kantischülerinnen und Kantischüler auf Entdeckungsreise im Reich der Mitte.

Während den Herbstferien 2010 bereisten 15 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschulen Trogen, Romanshorn und Heerbrugg die Volksrepublik China und hatten so Gelegenheit, die chinesische Welt aus erster Hand kennenzulernen. Für vier Teilnehmer des Freifaches Chinesisch der Kantonsschule Romanshorn waren die gewonnenen Erfahrungen weitere Bestätigung dafür, den faszinierenden und anspruchsvollen Weg des Eintauchens in die Welt der chinesischen Zeichen und Kultur beharrlich weiter zu schreiten.

„Seit wir Chinesisch als Freifach  belegt haben, haben wir uns auf diese zweiwöchige Reise gefreut“, so Lara Endress, Kantonsschülerin in Trogen und wie ihre Reisegefährten alle Teilnehmer der Kurse des Chinesischlehrers Urs Fraefel-Huang an den Kantonschulen Trogen (KST), Romanshorn (KSR) und Heerbrugg (KSH). In ihren Herbstferien bereisten sie Shanghai, die Karstlandschaften um Guilin in der Provinz Guangxi sowie Sichuan, die bevölkerungsreichste Provinz Chinas.

“ Unsere Chinareise startete in der Millionenmetropole Shanghai. Von der langen Reise noch etwas müde, machten wir uns zum Sightseeing auf, nachdem wir unser Gepäck im Hotel deponiert hatten. Wir besuchten an diesem Tag einen Teil der Altstadt und einen sehr schönen traditionellen Garten. Da in China gerade Ferienzeit war, befanden sich sehr viele Menschen auf den Strassen, was das Fortkommen nicht immer einfach machte. Dies tat unserer Begeisterung für die Stadt jedoch keinen Abbruch.

Am zweiten Tag ging es hoch hinaus: Ein Lift im höchsten Wolkenkratzer Shanghais brachte uns auf 492 Meter über Meer. Wir konnten zum ersten Mal die gewaltigen Ausmasse der Stadt ansatzweise erahnen, einzig der Smog trübte unseren Blick etwas. Der Bund mit seinen Kolonialbauten war die nächste Station, von dort hatte man einen tollen Blick auf die Skyline. Danach gab es die Gelegenheit zum Shopping in der Nanjing-Strasse, eine der grössten Einkaufsstrassen der Welt.

Die Weltausstellung stand an unserem letzten Tag in Shanghai auf dem Programm. Pavillons fast aller Länder der Welt boten einen interessanten Einblick in die Kultur der jeweiligen Länder und unvergesslich bleibt die Fahrt im Sessellift auf dem Dach des Schweizer Pavillons mit der Geräuschkulisse muhender Kühe und der gigantischen Aussicht auf die Hochhäuser dieser Megalopolis. (Raphael  Metzler, KSR)

Noah Bernet (KSH) berichtet über die Tage in Guangxi: „Der zweite Teil unserer Chinareise begann mit einer Schiffsreise durch eine der atemberaubendsten Landschaften Chinas. So schön das man sie auf der 20 Yuan Note verewigt hat. Wir logierten in der Stadt Yangshuo, die, obwohl sie äusserst touristisch ist, nichts von ihrem ursprünglichen chinesischen Charme verloren hat. Shangri La (auf Deutsch: der Himmel auf Erden), ein kleines Dorf in der Nähe von Yangshuo, gilt als eines der schönsten Dörfer Chinas. Das urchinesische Wesen des Dorfes fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und lässt keinen Besucher unberührt. Mit einer Fahrradtour, bei der wir durch Reisfelder fuhren, schmale Jahrhunderte alte Brücken überquerten und typisch chinesische Dörfer passierten, wurde dieser Teil der Reise beendet.“

Und Denny Duong (KSR) schwärmt noch heute von der vergnüglichen Freizeit in Yangshuo: „Als wir in Yangshuo ankamen, sah man überall Flohmärkte. Überall waren Menschen unterwegs und man kam kaum durch die engen Strassen. Doch Yangshou war ein sehr belebter Ort und einige Australier empfahlen uns eine kleine Bar namens “Monkey Janes Rooftop Bar“. Von aussen sah die Bar wirklich schäbig aus, doch drinnen tummelten sich viele westliche und chinesische Touristen. Wie der Name schon sagt, befand sich die Bar auf dem Dach eines Hauses, was sie sehr speziell machte. Nur hatte die Bar keinen Lift nach oben…

 

Yangshuo war in den Nächten sehr lebendig wie keine andere Stadt in der wir zuvor waren. Viele Bars waren vorhanden und doch lag uns eine bestimmte Bar sehr am Herzen. Die “Friends“ Bar. In dieser durften wir mit Absprache mit dem Barbesitzer den “DJ“ spielen. Mit unserer westlichen Musik lockten wir so einige Touristen an und im Nu war die Bar regelrecht überfüllt.
Ich kann nur sagen, dass Yangshuo eine Stadt für Jedermann ist. Fahrradtouren, Flohmärkte, Bars, schönste Aussicht auf die wunderschönen Berge und vieles mehr…“

 

In Sichuan, der Heimat der niedlichen Pandas, stiegen die Schülerinnen und Schüler 9 Stunden lang Treppen auf den heiligen Berg Emei und bestaunten in Leshan die grösste Buddha-Statue der Welt.

„Nach dem Schulbesuch in Chengdu am Vortag, fuhren wir mit unserem Bus Richtung Leshan – die Heimat der weltgrössten Buddhastatue (71 m). Trotz des leicht regnerischen Wetters konnten wir diese immens grosse Statue bewundern. Vor allem eindrücklich war es, als wir ganz unten an der Statue waren und neben den Füssen (die ca. 3 m hoch waren) standen und nach oben schauten.

Am Abend waren wir in einer grossen Hotelanlage untergebracht – am Fusse des 3099 Meter hohen Mt. Emei, einer der vier heiligen Berge des Buddhismus in China. Das morgige Ziel. Doch vor dem sportlichen Anstieg am nächsten Tag konnten wir in der Poolanlage ausruhen und die Mischung zwischen kaltem und warmem Wasser finden und geniessen.

9 Stunden Treppen laufen … oder mit der Seilbahn hinauffahren, dies waren unsere Möglichkeiten den Gipfel des Emei zu erreichen. Es ist natürlich keine einfache Aufgabe innerhalb solch kurzer Zeit ca. 2800 Höhenmeter steilster Treppen zu überwinden und einige nahmen diese Herausforderung an, obwohl die Mehrheit der Gruppe sich entschied, mit dem Seilbahn zu fahren. Leider spielte das Wetter nicht recht mit, es war wolkig, kühl, verregnet und nebelig. Auf dem steilen, aus tausenden Treppenstufen bestehenden Weg Richtung Gipfel boten glücklicherweise Einheimische Snacks und Getränke oder auch selbstgemachte Nudelsuppen feil, denn wir lernten schnell, wie wichtig es ist, fortlaufend Nahrung zu konsumieren und positiv zu denken; denn der Wille erleichtert die Arbeit um ein Vielfaches!“ (Linus Metzler, KSR, und Marie Woon, KSH)

Als schulischen Höhepunkt darf wohl der Besuch der Trogner Partnerschule Chengdushi Shiyan Waiguoyu Xuexiao in der Hauptstadt Sichuans bezeichnet werden. So hält Naomi fest:

„Am 12.10.2010 besuchten wir am Vormittag das Fremdsprachengymnasium in Chengdu. Wir betraten das Schulareal und sahen eine Liste, auf welcher die hundert besten Schüler aufgelistet waren. Nachdem die Pausenglocke geläutet hatte, waren wir innerhalb von Sekunden die neue Attraktion. Unsere erste Lektion verbrachten wir mit einer ersten Klasse, die als Schwerpunkt Deutsch gewählt hatte. Als Begrüssung spielten sie uns kleine Szenen auf Deutsch vor. Wir waren alle von ihren Deutschkenntnissen positiv überrascht. Die zweite Lektion und die Mittagspause durften wir dann mit einer dritten Klasse verbringen. So konnten wir unsere Chinesischkenntnisse testen. Als wir sie fragten, wie viele Lektionen Deutsch sie in einer Woche hätten, erfuhren wir, dass sie vierzehn Lektionen Deutsch in einer Woche haben. Pro Woche besuchen sie insgesamt rund 50 Lektionen, die Lektionszeiten sind von sieben Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Dazu kriegen sie sehr viele Hausaufgaben, an welchen sie ungefähr zwei Stunden täglich arbeiten. Können wir uns da noch über unsere Arbeitszeiten beschweren? (Naomi Schäppi, KSH)

Die Kantonsschüler sind sich einig: „Es war eine tolle Reise und nachdem wir mit eigenen Augen in diese spannende chinesische Welt Einsicht nehmen durften, die Dynamik dieses aufstrebenden Landes erleben konnten, macht es noch mehr Sinn, Chinesisch zu lernen.“

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freifachkurses Chinesisch und Urs Fraefel, Chinesischlehrer.